June 2016

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Es wäre vollkommen verfehlt, die Malerei als eine im Laufe ihrer ständigen formalen Erneuerung rein wahllos ablaufende Entwicklung aufzufassen, als ein Vorwärtsschreiten, welches allein seine Ursache in der subjektiven Freiheit des jeweiligen Künstlers und dem auf Erstaunliches abzielenden Verlangen einer neugierig sich selbst spiegelnden Gesellschaft hätte, einer Weise von Eigenreflexion also, die der Künstler ihr ermöglichen würde. Vielmehr zieht die nie enden wollende malerische Arbeit Linien im Gedächtnis zwischen Vergangenheit und heute.
Gehen wir davon aus, dass diese Annahme nicht völlig irrtümlich ist. Dann lassen sich im Herzen der Malerei die zeitlichen Dimensionen von Vergehen und Dauer nieder : Zeit vergeht und Dauer dauert. Die pikturale Problematik wäre folglich, im Laufe einer augenblicklichen, aber wahrnehmbaren Verlangsamung, das Pulsieren dieser zwei ineinander verschlungenen Dimensionen ansichtig werden zu lassen. Derart erneuert sich übrigens ein gelungenes gemaltes Bild wie von selbst, indem es sich nämlich im Blick des Besuchers, welcher es mit seiner eigenen Substanz, seinem Bezug zur Zeit, seiner Einbettung in die Dauer nährt, wie in einem Jungbrunnen badet.

Michel Carmantrand
Übersetzung Roland Baumann

Loin de s’avancer à l’aveuglette au cours d’un perpétuel renouvellement des formes qui n’aurait pour cause que la liberté subjective d’un artiste et le désir d’étonnement d’une société curieuse du reflet d’elle-même que lui proposerait celui-ci, la peinture n’en finit pas de tracer des lignes dans la mémoire entre le passé et l’aujourd’hui.

Alors, si cette supposition n’est pas entièrement erronée, s’installent aussitôt au cœur de la peinture la dimension du temps et celle de la durée (le temps passe et la durée dure). Une problématique picturale spécifique serait donc de manifester au cours d’un ralentissement instantané, mais perceptible, le battement durable de ces deux dimensions entrelacées. C’est d’ailleurs ainsi qu’une peinture réussie se renouvelle comme d’elle-même en se ressourçant dans le regard du visiteur, celui-ci la nourrissant de sa propre substance, de son rapport au temps, de son immersion dans la durée.


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